sparbuch

Sparbuch der Banken und Sparkassen

Das Sparbuch ist der deutsche Spar-Klassiker überhaupt.

Ganze Generationen wuchsen hiermit auf. Millionen Eltern eröffnen für ihre Kinder schon zur Geburt ein Sparkassenbuch.

Heute kann man das Sparbuch aber auflösen. Sparen kostet eher als das Ausgeben. Die Zinsen auf dem Sparkassenbuch decken noch nicht mal die Teuerungsrate ab.

Der Leiter des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes spricht sogar von der Enteignung der Sparer. Was unsereins erlebt, ist eine dramatische Umverteilung.

Warum ist ein Sparbuch unmoralisch?

Es ist noch nicht lange her, da war das ganz anders.

Kurz nach der Finanzkrise war der private Bankkunde noch eine heißumworbene Klasse: Die Banken trauten sich untereinander keine Spur. Und liehen sich Geld – wenn überhaupt – nur mit einem hohen Zinsaufschlag. Deshalb galten Kundeneinlagen für Banken als sicher und günstig: Wer möglichst viel davon hatte, war der König.

Die Bundesbank hat die Zeitspanne von 1967 bis heute untersucht. In der gesamten Periode finden sich nur selten Phasen mit einer positiven Realverzinsung. Also einem Zinssatz der höher ist als die Inflation.

Das Sparbuch als Marketinginstrument

Banken und Sparkassen vertreiben auf diese Weise andere Produkte. „Cross Selling“ nennen das die Banker.

Sie eröffnen bei einer Bank ein Sparbuch. Nach Absprache erhalten Sie andere Produkte. Zum Beispiel Investmentfonds. Deshalb sind viele Banken auch so scharf auf unser Gehaltskonto.

Sogar große deutsche Industrieunternehmen wie Daimler und BMW sammelten damals über ihre angeschlossenen Bankhäuser Mrd. von den Sparern ein.

Bei der Mercedes-Benz-Kreditanstalt führten Anfang des Jahres 2009 Zinsen von mehr als fünf Prozent dazu, dass die Bank regelrecht überrannt wurde. Sie musste für nahezu zwei Monate neue Kunden ablehnen, weil sie mit dem Ansturm überfordert war. Ähnliche Probleme hatte in vergangener Zeit auch die BMW-Bank.

Zwar boten die Banken üppige Zinssätze. Doch die hohe Inflationsrate von bis zu 7,9 Prozent entwerte das Kapital trotzdem.

Die Kunst ist nicht, Geld zu verdienen, sondern es zu behalten.